13.10.2026
Cyberangriff legt Kältetechnik in französischem Handel lahm

Foto/Grafik: ltyuan/as
Die Attacke konzentrierte sich offenbar auf ältere Generationen von Steuerungseinheiten des dänischen Kältetechnikunternehmens Danfoss.
Ein flächendeckender Cyberangriff auf die Kältetechnik im französischen Lebensmitteleinzelhandel hat in Hunderten Supermärkten zu massiven Warenausfällen geführt. Unbekannte Täter verschafften sich Zugriff auf die zentrale Kältesteuerung und versetzten die Kälteanlagen in den dauerhaften Auftaumodus. Durch die unerwünschte Erwärmung verdarben Bestände an Tiefkühlwaren und Frischeprodukten in erheblichem Umfang. Betroffen sind unter anderem Filialen von Intermarché, Carrefour, E.Leclerc sowie Coopérative U.
Steuerungseinheiten von Danfoss betroffen
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, konzentrierte sich die Attacke auf ältere Generationen von Steuerungseinheiten des dänischen Kältetechnikunternehmens Danfoss. Betroffen sind im Wesentlichen die Systemmanager-Modelle AK-SM 800 und AK-SC 355. Für das Modell AK-SC 355 wurde der Vertrieb bereits 2016 eingestellt, für die Serie AK-SM 800 endete der offizielle Support im Jahr 2021. Ein Sprecher von Danfoss bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur, dass für diese Altgeräte keine Software- oder Sicherheitsupdates mehr bereitgestellt werden. In vereinzelten Fällen war zudem die Nachfolgegeneration AK-SM 800A betroffen, wenn auf den Geräten eine veraltete Firmware installiert war.
Sicherheitsbehörden und Hersteller reagieren
Der Vorfall offenbart die Schwachstellen von Gebäude- und Kältesteuerungen, die ohne ausreichende Schutzmechanismen an das Internet angebunden sind. Über die Fernwartungsschnittstellen gelang es den Angreifern, die Abtauzyklen zu manipulieren. Danfoss verweist darauf, dass Kunden seit Längerem dazu angehalten werden, unterstützte Systeme stets auf den neuesten Firmware-Stand zu aktualisieren und ältere Hardware-Generationen auf moderne Plattformen zu migrieren.
In Abstimmung mit der französischen Cybersicherheitsbehörde ANSSI empfiehlt das Unternehmen Betreibern konkrete Schutzmaßnahmen für die betroffenen Systeme:
* Direkte Internetverbindungen der Steuerungsgeräte umgehend entfernen oder durch strenge Netzwerkfilter und Firewalls absichern.
* Bei allen aktiven und vom Hersteller unterstützten Modellreihen verfügbare Firmware-Updates einspielen.
* Altgeräte ohne Update-Unterstützung auf aktuelle Systemmanager-Generationen migrieren.
Die Ermittlungen der Sicherheitsbehörden zu den genauen Einfallstoren und Verursachern dauern an. Der finanzielle Gesamtschaden durch den Warenausfall liegt nach Branchenschätzungen im zweistelligen Millionenbereich.
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