01.12.2022

F-Gase-Verordnung: Kälte-/Klima-Organisationen erneuern Kritik

Anfang Oktober hatten mehrere Organisationen der Kälte-/Klimabranche einen Brandbrief an die Politik veröffentlicht. Anlass war der umstrittene Entwurf der EU-Kommission zur Novellierung der F-Gase-Verordnung. Am 29. November 2022 trafen sich jetzt Vertreter des DKV, der Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik, des VDKF, BIV und ZVKKW (siehe Foto) mit Zuständigen aus dem Umwelt- (BMUV) und Wirtschaftsministerium (BMWK) sowie dem Umweltbundesamt (UBA) zu einem fachlichen Austausch im Umweltministerium in Bonn. Dabei standen vor allem die Probleme für Betreiber und das Handwerk im Mittelpunkt der Gespräche. 

In der intensiv geführten Diskussion konnten die Kernaussagen der Brandbriefe vorgestellt und kommentiert werden. Die Kälteorganisationen stellten zunächst die bisherigen Erfolge der gesamten Branche bei der Umsetzung der F-Gase-Verordnung sowohl in Bezug auf die Reduzierung der HFKW-Kältemittelmengen, den kontinuierlich zunehmenden Marktanteil an Anlagen mit natürlichen Kältemitteln als auch den Know-how-Zuwachs der Kälte-Klima-Fachbetriebe im Bereich der natürlichen Kältemittel dar. Sie betonten, dass sie die Inhalte der derzeitigen F-Gase-Verordnung und die Notwendigkeit zur weiteren Reduzierung der direkten und indirekten Treibhausgasemissionen voll und ganz unterstützen.

Den in der Novellierung geforderten deutlich schnelleren Phase-down aus der Verwendung von F-Gasen sehen die Organisationen jedoch äußerst kritisch. Eine weitere drastische Reduzierung der verfügbaren Kältemittelmenge stellt vor allem eine Gefahr für den weiteren Betrieb der zahllosen Kälte- und Klimaanlagen im Bestand dar – darunter auch viele in der kritischen Infrastruktur –, bei denen der Einsatz natürlicher Kältemittel nicht durch eine Umrüstung, sondern nur durch einen Komplettaustausch der Anlage möglich ist. Die Branche hat sich auf die Verwendungsverbote und die durch die Verordnung geregelten Quoten an F-Gasen eingestellt; für die Umsetzung einer weiteren Verschärfung benötigt die Branche jedoch deutlich mehr Zeit. 

Zudem sehen die Organisationen einen Zielkonflikt, was den von der Bundesregierung geplanten Ausbau der Wärmepumpeninstallationen (jährlich 500.000 Anlagen ab 2024) betrifft. Der Marktanteil von Propan-Wärmepumpen wird nach Herstellerangaben bis 2030 bei höchstens 50 Prozent der neu zu installierenden Anlagen liegen; der Rest benötigt weiterhin fluorierte Kältemittel. Erschwerend für das Erreichen der Wärmepumpenziele kommt hinzu: Wenn Betreiber befürchten müssen, dass fluorierte Kältemittel künftig nicht in ausreichender Menge für Servicezwecke zur Verfügung stehen werden, führt dies zu einer Kaufzurückhaltung in Bezug auf diese Wärmepumpenart.
F-Gase-Verordnung: Kälte-/Klima-Organisationen erneuern Kritik
Foto/Grafik: DKV
Teilnehmer der Diskussionsrunde zur Novellierung der F-Gase-Verordnung im Umweltministerium in Bonn.
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