24.09.2026

Neue Studie: Wie is(s)t Deutschland 2040?

Klimawandel, Gesundheitsvorsorge und Künstliche Intelligenz werden grundlegend verändern, was und wie die Menschen in Deutschland im Jahr 2040 essen. Das zeigt die neue Nestlé-Zukunftsstudie "Wie is(s)t Deutschland 2040?". Die Menschen stellen sich pragmatisch auf neue Bedingungen ein, sind offen für neue Rohstoffe, digitale Unterstützung und individuellere Ernährungslösungen. Gleichzeitig erwarten sie mehr von ihrem Essen als je zuvor. Es soll gesundheitsfördernd, verfügbar und alltagstauglich sein, vor allem aber gut schmecken, Lebensqualität bieten und Menschen zusammenbringen.

Die Studie zeigt drei grundlegende Entwicklungen: Der Klimawandel beeinflusst Verfügbarkeit, Preise und Produktion von Lebensmitteln. Künstliche Intelligenz entwickelt sich vom einzelnen Werkzeug zu einem steten Begleiter, der Ernährung, Gesundheitsdaten, Einkauf und Alltagsplanung miteinander verbinden kann. Zugleich bekommt Prävention eine neue Bedeutung: Die Menschen möchten vorsorgen und ihre tägliche Ernährung bewusst nutzen, um möglichst lange gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Genuss ist nicht verhandelbar


Bei aller Offenheit für Veränderung gibt es eine klare Konstante: Genuss ist nicht verhandelbar. 92 Prozent der Befragten bezeichnen Essen als wichtige Quelle von Genuss. 81 Prozent sagen, Essen sei am schönsten mit anderen. Und 78 Prozent sind überzeugt, dass Essen auch in Zukunft gut schmecken muss. In diesem Umfeld entsteht die Zukunft der Ernährung.

Daniela Wippler, Head of Consumer and Marketplace Insights & Analytics Nestlé Deutschland: "Die Studienergebnisse machen deutlich: Ernährung wird künftig vielfältiger, komplexer und stärker zur Frage von Orientierung, Vertrauen und Eigenverantwortung. Darin liegen Herausforderungen, aber auch Chancen, Ernährung der Zukunft aktiv mitzugestalten und Menschen in ihren Bedürfnissen zu unterstützen."

Klimawandel: Vom Zukunftsrisiko zu einer Einflussgröße auf dem Teller


Der Klimawandel wird für die Menschen vom abstrakten Zukunftsrisiko zu einer konkreten Einflussgröße auf dem Teller. Extremwetter, Ernteausfälle und knapper werdende Ressourcen verändern, welche Rohstoffe verfügbar sind, wie stabil Lieferketten funktionieren und welche Preise Verbraucher:innen zahlen müssen. 65 Prozent erwarten, dass Klimawandel und Krisen Lebensmittel knapper, teurer und anfälliger für Lieferengpässe machen werden.

55 Prozent erwarten, dass Menschen ihr Essverhalten an Klimafolgen und Verfügbarkeiten anpassen müssen. 43 Prozent könnten sich vorstellen, alternative Produkte zu nutzen, wenn klassische Rohstoffe wie Kaffee, Kakao oder Getreide knapp werden. Ebenso viele sind offen für Lebensmittel aus neuen Rohstoffen, beispielsweise fermentierte Proteine oder Algen.

Gesundheitsvorsorge: Vom guten Vorsatz zur täglichen Vorsorge


Gesund zu essen ist nicht länger nur ein guter Vorsatz, sondern wird Teil langfristiger Vorsorge und Selbstwirksamkeit. Bereits heute sagen 67 Prozent: "Ich sollte mich gesünder ernähren." 68 Prozent erwarten, dass mentale Gesundheit künftig weiter an Bedeutung gewinnt. 44 Prozent glauben, dass viele Menschen ihre Ernährung im Jahr 2040 gezielt darauf ausrichten werden, körperlich und mental leistungsfähig zu sein.

Parallel wächst die Akzeptanz personalisierter Ernährung. 37 Prozent sehen darin ein wichtiges Instrument für den Erhalt der eigenen Gesundheit. 78 Prozent empfinden eine Zukunft mit einem starken Fokus auf individuelle Prävention als fortschrittlich. Statt allgemeiner Empfehlungen für alle erwarten die Menschen zunehmend Lösungen, die persönliche Bedürfnisse, Lebensphasen und verfügbare Gesundheitsinformationen berücksichtigen.

Künstliche Intelligenz: Vom Werkzeug zum Ökosystem


Künstliche Intelligenz wird für viele Menschen zum alltäglichen Begleiter bei Ernährung, Gesundheit und Einkauf. 46 Prozent befürworten KI als persönlichen Ernährungsberater. 42 Prozent würden in Zukunft KI nutzen, um Gesundheitsdaten auszuwerten und daraus Empfehlungen abzuleiten. 34 Prozent nutzen KI bereits heute bei ihrer Kaufentscheidung. Die Akzeptanz beruht damit nicht allein auf Technologiebegeisterung, sondern auf dem Versprechen: weniger Aufwand, bessere Orientierung und stärker an persönlichen Bedürfnissen ausgerichtete Vorschläge.

Gleichzeitig gibt es aber auch Skepsis: 40 Prozent befürchten Kontrollverlust und Fremdbestimmung durch KI. 43 Prozent lehnen humanoide Roboter ab, die zu Hause selbstständig kochen. 38 Prozent möchten keine implantierten Sensoren nutzen, die dauerhaft Körperdaten erfassen. Dabei sind jüngere Menschen eher bereit als ältere, Entscheidungen an verlässliche Systeme abzugeben, die sie für vertrauenswürdig halten. So können sich 33 Prozent der Jüngeren einen KI-Agenten zum Einkaufen vorstellen, aber nur 17 Prozent der Älteren. Der Übergang von Unterstützung zu Delegation wird damit zur zentralen Zukunftsentwicklung.

Über die Studie


Für die Zukunftsstudie "Wie is(s)t Deutschland 2040?" hat Nestlé gemeinsam mit der Marktforschungsagentur Bonsai Research und Zukunftsforscher Prof. Peter Wippermann unter Einbezug der Expertise von 14 Fachleuten aus Trendforschung, Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Handel und Gesellschaft sowie Verbraucher:innen fünf gleichwertige und plausible Zukunftsbilder entwickelt. Anschließend wurden diese im Rahmen einer repräsentativen Online-Befragung im April 2026 von 1.581 Menschen in Deutschland bewertet.

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