28.10.2026

Ernährungsindustrie: Umsätze im ersten Halbjahr 2026 deutlich gesunken

Die deutsche Ernährungsindustrie steht weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Im ersten Halbjahr 2026 gingen die Umsätze der Branche um 2,3 Prozent zurück, wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mitteilt. Insgesamt erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 115,8 Milliarden Euro und damit rund 2,7 Milliarden Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Während die Inlandsumsätze um 2,4 Prozent zurückgingen, sanken die Auslandsumsätze um 2,1 Prozent.

Der Absatz entwickelte sich mit plus 0,9 Prozent leicht positiv, wobei das Bild zweigeteilt war: Im Inland blieb die abgesetzte Menge mit einem Rückgang von 0,1 Prozent nahezu unverändert, während sie im Ausland um 2,5 Prozent zunahm. Die rückläufigen Umsätze sind somit vor allem auf gesunkene Verkaufspreise zurückzuführen. Im Inland reduzierten sich diese um 2,3 Prozent, im Ausland sogar um 4,5 Prozent.

„Die aktuellen Zahlen zeichnen ein beunruhigendes Bild: Wir produzieren auf lange Sicht immer weniger in Deutschland, und in den vergangenen sechs Monaten sanken die Umsätze merklich. Diese Kombination aus schrumpfender Inlandsproduktion und akuten Umsatzeinbußen geht zunehmend an die wirtschaftliche Substanz der Betriebe", erklärt Marcel Winter, Leiter des Brüsseler Büros der BVE und Verantwortlicher für Marktdaten und Konjunktur.

Heimische Produktion im langfristigen Abwärtstrend


Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt zudem strukturelle Herausforderungen: Die heimische Lebensmittelproduktion weist über die vergangenen zehn Jahre einen rückläufigen Trend auf. Die Unternehmen müssen in einem von Kaufzurückhaltung und intensivem Preiswettbewerb geprägten Marktumfeld deutliche Preisabschläge hinnehmen, während die Kosten für Energie, Personal und Produktion auf hohem Niveau verharren. Die Folge ist ein zunehmender Druck auf die Gewinnmargen, der die finanziellen Spielräume für Investitionen und Modernisierungen einschränkt.

Die BVE fordert die Politik auf, die Branche dauerhaft bei Energie- und Standortkosten zu entlasten, bürokratische Belastungen abzubauen und auf zusätzliche steuerliche Belastungen zu verzichten.

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