15.07.2026

BVE-Jahreszahlen 2025: Ernährungsindustrie stagniert

Die deutsche Ernährungsindustrie – zu deren wichtigsten Säulen auch die Tiefkühlwirtschaft gehört – blickt auf ein wirtschaftlich anspruchsvolles Jahr 2025 zurück. Wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) in ihrer gemeinsamen Bilanz bekannt gaben, erzielte der drittgrößte Industriezweig Deutschlands im vergangenen Jahr einen Umsatz von 240,8 Milliarden Euro. Preisbereinigt stagnierte die Branche gegenüber dem Vorjahr und konnte somit erneut kein reales Wachstum erzielen.

Export fängt schwaches Inlandsgeschäft auf


Hauptgrund für die Stagnation ist die schwache Konjunktur auf dem Heimatmarkt: Während sich das Auslandsgeschäft mit einem realen Plus von 2,2 Prozent positiv entwickelte, sank der preisbereinigte Inlandsumsatz um 1,3 Prozent. Im Inland erwirtschafteten die Unternehmen rund 150 Milliarden Euro. Durch das schwache Inlandsgeschäft nimmt die Bedeutung des Exports für die deutsche Ernährungsindustrie weiter zu: Mittlerweile werden 37,5 Prozent des Umsatzes im Ausland erzielt, nach 35,1 Prozent im Vorjahr.

BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff fand anlässlich der Zahlen deutliche Worte in Richtung Politik und forderte eine spürbare Kehrtwende bei den bürokratischen Auflagen: „Wer den Unternehmen immer neue Vorgaben auferlegt und gleichzeitig Wachstum erwartet, darf sich über ausbleibende Investitionen nicht wundern. Die Bundesregierung muss jetzt konsequent auf Entlastung setzen. Und sie würde den Unternehmen bereits helfen, wenn sie aufhörte, ständig neue Belastungen einzuführen. Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch zusätzliche Regulierung, sondern durch Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft. Eine starke Ernährungsindustrie ist kein netter Bonus für ein Land wie Deutschland, sondern essenziell für unsere Versorgungssicherheit und unseren Wohlstand.“

Branche investiert kräftig in Nachwuchs und Beschäftigte


Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage blieb die Ernährungsindustrie ein verlässlicher Arbeitgeber. Die Zahl der Beschäftigten stieg 2025 um 2,3 Prozent auf 673.919 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den rund 6.000 überwiegend mittelständischen Betrieben. Besonders positiv entwickelte sich die Ausbildung: Die Zahl der Auszubildenden erhöhte sich um 8,0 Prozent auf 22.454. Gleichzeitig sank der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen von 12,1 auf 8,3 Prozent.

Kim Cheng, Hauptgeschäftsführerin der ANG, betonte die Anstrengungen der Betriebe: „Die Ernährungsindustrie investiert auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in ihre Beschäftigten und in die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Dass mehr junge Menschen eine Ausbildung in unserer Branche beginnen und gleichzeitig weniger Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, ist ein ermutigendes Signal. Damit die Unternehmen diesen Weg fortsetzen können, brauchen sie aber wirtschaftliche Perspektiven und verlässliche Rahmenbedingungen. Nur wettbewerbsfähige Unternehmen können dauerhaft Arbeitsplätze sichern und Fachkräfte ausbilden.“

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