10.06.2026

Apetito präsentiert Whitepaper im Deutschen Bundestag

Gemeinsam mit 13 Fachleuten aus Klinik, Forschung und Gesellschaft hat die Apetito AG, ein internationales Familienunternehmen für Verpflegungslösungen, das Whitepaper „Besser Essen. Sicher versorgt.“ im Bundestag Abgeordneten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Pflegefachkräften sowie Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden und Medien vorgestellt. Es soll zeigen, warum Ernährung im Gesundheits- und Pflegesystem neu gedacht gehört.

Mangelernährung – eines der teuersten Strukturprobleme des Gesundheitswesens


Hintergrund ist das Thema Mangelernährung – 20 bis 30 Prozent der Patientinnen und Patienten in deutschen Kliniken seien krankheitsbedingt mangelernährt oder gelten als gefährdet. Die volkswirtschaftlichen Folgekosten sollen sich laut Fachgesellschaften auf bis zu 8,6 Mrd. Euro pro Jahr belaufen, davon allein im Krankenhausbereich auf drei bis vier Mrd. Euro. Trotzdem fehle es bislang an systematischen Screening-Strukturen und einer kostendeckenden Vergütung passender medizinischer Leistungen. „Mangelernährung ist eines der teuersten Strukturprobleme unseres Gesundheitswesens“, sagte Dr. Jan-Peer Laabs, CEO der Apetito AG, in seiner Ansprache an die Bundestagsabgeordneten. Albert Stegemann, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat sowie Gesundheit und Schirmherr der Veranstaltung äußerte sich folgendermaßen: „Ernährung ist in unserer politischen Debatte über Gesundheit und Pflege viel zu lange ein Randthema geblieben. Das muss sich ändern.“

Whitepaper: Vier Themenschwerpunkte und Lösungsansätze


Special Nutrition: Dem Thema widmen sich unter anderem Experten des Klinikums Osnabrück. Fokus seien Schluckstörungen, die in stationären Pflegeeinrichtungen rund 50 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner beträfen. Nur 56 Prozent des Pflegepersonals wären jedoch mit Handlungsempfehlungen vertraut. Expertinnen der Charité Berlin und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe plädieren deshalb für eine stärkere Verankerung der IDDSI-Standards. Diese einheitlichen Konsistenzstufen von Lebensmitteln – von dünnflüssig bis normale Kost – ermöglichten eine sichere Ernährung, verhinderten Komplikationen durch Verschlucken und steigerten die Freude am Essen.

Klinikverpflegung: Dieser Schwerpunkt soll unterstreichen, dass Mangelernährung im Krankenhaus kein seltenes Einzelphänomen, sondern ein relevanter Risiko- und Kostenfaktor sei. Basierend auf diversen Untersuchungen wäre jedoch davon auszugehen, dass weniger als 10 Prozent der deutschen Krankenhäuser über ein qualifiziertes Ernährungsteam verfügen. Zudem würden Ernährungstherapien noch nicht kostendeckend vergütet. Ein systematisches Screening bei der Aufnahme sowie eine individuelle Ernährungstherapie wären aber medizinisch wichtig und wirtschaftlich sinnvoll. Forschende des Kantonsspitals Aarau und des Klinikums Dortmund sind der Ansicht, dass diese Maßnahmen die Sterblichkeit, die Komplikationsraten und erneute Krankenhausaufenthalte messbar senken könnten.

Pflegeheime und Tagespflege: Geteilte Zuständigkeiten zwischen Pflegekassen, Ländern und Kommunen führten dazu, dass kaum jemand verbindlich für eine lückenlose Ernährungsversorgung einstehe. Experten des Sozialverbands VdK, des Caritasverbands Leverkusen und des Bundesverbands Pflegemanagement zeigen, wie Zeitdruck und Fachkräftemangel die Versorgung zusätzlich hemmten – und was sich ändern müsste: Pflegerische Leistungen sollten in Sozialgesetzbüchern als eigenständige, abrechenbare Leistungen verankern werden. Zudem gehöre Ernährungsmanagement als präventive Pflegeleistung anerkannt.

Häusliche Pflege Der letzte Schwerpunkt inkl. Essen auf Rädern wirft einen Blick auf die knapp 86 Prozent der Pflegebedürftigen in Deutschland, die zu Hause versorgt werden. Von ihnen würden nur etwa 25 Prozent systematisch auf Mangelernährung untersucht. Dabei belegt die Forschung, was bedarfsgerechte Versorgung leisten kann: Mahlzeitendienste reduzieren in Studien Notaufnahme-Besuche von durchschnittlich 5,03 auf 1,45 pro Jahr. Täglich belieferte Personen berichteten zudem dreimal häufiger über ein geringeres Einsamkeitsgefühl. Expertinnen der Hochschule Bochum und Silbernetz e.V. fordern deshalb ein systematisches Screening und den Einsatz von Monitoring-Instrumenten, um Ernährung als festen Bestandteil von Prävention zu verankern.

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