29.10.2026

Freiburg schafft Verpackungssteuer ab 2027 teilweise ab

Der Freiburger Gemeinderat hat die umstrittene Verpackungssteuer in ihrer bisherigen Form abgeschafft. Ab Januar 2027 soll die Abgabe in Höhe von 50 Cent nur noch auf Einwegbecher erhoben werden. Bislang waren Abgaben zwischen 20 und 50 Cent auch etwa für Pizzakartons, Dönerverpackungen oder Einweggabeln fällig. Die Entscheidung fiel auf der Gemeinderatssitzung am 20. Oktober 2026, nachdem Kritik an der damit verbundenen Bürokratie laut wurde.

Mit der Sinnhaftigkeit einer Verpackungssteuer befasste sich auch die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) und des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu) – in einer Studie wurde bei hohen Kosten lediglich ein minimaler positiver Effekt bei den Treibhausgasimmissionen bescheinigt.

Kuriose Ausweichmanöver in der Gastronomie


Die bisherige Regelung habe in der Praxis zu erheblichen Problemen geführt. So wurde die Verpackung für warme To-go-Speisen besteuert, die für kalte hingegen oftmals nicht. In einer Freiburger Pizzeria bekamen Gäste bei Ankunft einen leeren Pizzakarton als Geschenk, bei einer amerikanischen Fast-Food-Kette wurde auf den gegenüberliegenden Parkplatz bestellt – denn auf geliefertes Essen fiel keine Verpackungssteuer an.

Die Verpackungssteuer war Anfang des Jahres gegen den Willen des Freiburger Oberbürgermeisters Martin Horn in Kraft getreten. In Baden-Württemberg gibt es eine Verpackungssteuer außerdem in Tübingen und Konstanz. Bayern hat diese abgelehnt.

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