20.12.2016

BLG Coldstore fusioniert mit Kloosterboer

Die BLG Logistics Group AG & Co. KG verkauft 51 Prozent ihrer Anteile am Bremerhavener Coldstore an die niederländische Kloosterboer. Das Joint Venture wird nach der Vertragsunterzeichnung am 20. Dezember als Kloosterboer BLG Coldstore GmbH firmieren. Mit der Zusammenarbeit, die noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden steht, wird eine gemeinsame Positionierung im Bereich temperaturgeführte Logistik in Norddeutschland angestrebt. Die BLG Coldstore Logistics GmbH wurde 1985 gegründet und betreibt im Bremerhavener Freihafen mit einer Lagerkapazität von rund 29.000 Palettenstellplätzen das größte gewerbliche Kühlhaus in Bremerhaven. Das Kerngeschäft beinhaltet die Lagerung von tiefgekühlten Lebensmitteln aus überseeischen Nicht-EU-Staaten. Kloosterboer ist der nach eigenen Angaben größte niederländische Kühlhausbetreiber und einer der größten Anbieter von temperaturgeführter Logistik in Europa. Das Unternehmen mit Sitz in Ijmuiden ist außerdem in Frankreich, Polen, Schweden, Norwegen, Kanada und den USA tätig. 'Mit Kloosterboer haben wir nun einen starken internationalen Partner an unserer Seite, mit dem wir den Bereich Coldstorage weiter ausbauen und unser ausgeprägtes Netzwerk in der internationalen Fisch- und Seafoodbranche erweitern werden', sagt Lüder Korff, der bereits die BLG Coldstore Logistics GmbH verantwortete und Geschäftsführer der Kloosterboer BLG Coldstore GmbH wird. Für beide Seiten sei die strategische Partnerschaft ein Gewinn: Kloosterboer verfolgt eine internationale Wachstumsstrategie und schafft mit der Übernahme von 51 Prozent der Anteile an BLG Coldstore den Markteintritt in Deutschland. Der Fokus lag dabei klar auf Bremerhaven als Standort für Lieferungen von tiefgekühlten Lebensmitteln wie beispielsweise Fischrohware aus Überseeländern wie Alaska. Kloosterboer-Geschäftsführer Hans Kroes sieht entsprechend viele Vorteile in der Zusammenarbeit: 'Wir wollen neben der Ausweitung des Dienstleistungsportfolios Synergien in allen Bereichen schaffen und nutzen. So können wir unseren Kunden mehr Flexibilität, Wettbewerbsvorteile und Einsparungen im Rahmen der Supply Chain bieten.'   (Dezember 2016, Redaktion: Jörg Rüdiger)   Quelle und Foto: BLG LOGISTICS GROUP
20.12.2016

Verunsicherung um Ethoxyquin

Als Pflanzenschutzmittel seit 2011 in der EU vorsorglich verboten, ist Ethoxyquin als Zusatz beim Fischfutter weiterhin erlaubt. Aktuell rückte der Stoff in den Blickpunkt, weil er von Greenpeace in unterschiedlichen Mengen in Zuchtfischen wie Lachs, Forelle, Dorade und Wolfsbarsch nachgewiesen wurde (s. hier). Im Durchschnitt mit 200 Milligramm pro Kilogramm. Für Früchte und Fleisch wurden von der EU Grenzwerte für den Gehalt an Ethoxyquin festgelegt – bei Fleisch sind dies 50 Milligramm pro Kilogramm. Für Fisch gibt es solch eine Festlegung nicht. Die Umweltschutzorganisation fordert ein Verbot des antioxidativ wirkenden Stoffes, der zwar nicht akut giftig sei, sich aber im Körper anreichere. Die langfristige Wirkung auf den Organismus sei noch nicht erforscht. Der Bundesverband Fisch kritisiert die von Greenpeace vorgenommene Bewertung der Untersuchungsergebnisse als falsch: 'Greenpeace vergleicht die bei Fisch als Summe von Ethoxyquin und Ethoxyquindimer ermittelten Mengen mit den Mengen nur von Ethoxyquin bei Fleisch. Das ist eine wissenschaftlich falsche Vorgehensweise.' Dies sei ein 'Apfel-Birne'-Vergleich. 'Die damit von Greenpeace gezielt gestreute Verunsicherung des Handels und der Verbraucher hätten bei einer Beachtung der gesetzlichen Grundlagen vermieden werden können', meint Verbandsgeschäftsführer Dr. Matthias Keller und bewertete die Vorgehensweise von Greenpeace als 'grob fahrlässig'. Vor dem Verbot als Pflanzenschutzmittel wurde Ethoxyquin unter anderem in Tauchbädern eingesetzt, mit denen Äpfel und Birnen für die Lagerung haltbar gemacht wurden. Es verhindert, dass die Schalen braun werden. Heute sei es von der International Maritime Organzization IMO für den Transport von Fischmehl zwingend vorgeschrieben, erklärte ein Fischzucht-Experte. Fischmehl ist ein Hauptbestandteil von Fischfutter.   Website-Ausriss: Greenpeace.de   (Dezember 2016, Autor: Jörg Rüdiger)
18.12.2016

STEF baut in der Schweiz

Der Kühllogistiker STEF hat den Bau eines 8.500 Quadramter großen Standorts im schweizerischen Kölliken begonnen. Am 16. Dezember legten Michel Christe, Verwaltungsratspräsident STEF Suisse SA, Fredy Gut, Gemeindeammann Kölliken, und Stanislas Lemor, stellvertretender STEF-Geschäftsführer (v. l. n. r.), feierlich den Grundstein. Der Komplex mit 12.000 Palettenplätzen umfasst 4.000 Quadratmeter für Kühl- und 4.500 Quadratmeter für Tiefkühlprodukte. Das Grundstück bietet zudem Ausbaumöglichkeiten für die Bewirtschaftung von Lebensmittelprodukten bei Umgebungstemperatur. Die STEF-Gruppe investiert in diesen Standort 35 Millionen Franken (ca. 34 Millionen Euro). Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2017 geplant. STEF spricht von einer strategischen geografischen Lage im Herzen der deutschschweizerischen Lebensmittelproduktion und der Absatzgebiete, wodurch über den neuen Komplex die Bedürfnisse der Schweizer Lebensmittelunternehmen befriedigt sowie die Grosshandelsplattformen und Grossisten schweizweit bedient werden können. Zu den Kunden des Standorts wird insbesondere die Schweizer Milchverarbeiterin EMMI gehören, mit der die STEF-Gruppe im November den Aufbau eines gemeinsamen Logistiknetzwerks für die Schweiz bekanntgab. Mit derzeit 100 Mitarbeitern bietet STEF Suisse ein Transport- und Logistikangebot für tiefgekühlte Lebensmittelprodukte und stützt sich dabei auf vier in der Schweiz verteilte Standorte. Mit dem Bau des Standorts Kölliken ist STEF Suisse künftig in der Lage, eine temperaturgeführte Logistik anzubieten, die sich auf ein Verteilnetzwerk im Temperaturbereich +2° C/+4° C stützt. Der Bau des Standorts Kölliken soll die Schaffung von 40 Arbeitsplätzen sowie von 100 weiteren Stellen bis Ende 2018 ermöglichen.   Bild: STEF   (Dezember 2016, Autor: Marc Hankmann)   Quelle: STEF
16.12.2016

Multivac Deutschland wird selbstständig

Ab dem 1. Januar 2017 wird Multivac Deutschland mit Sitz in Wolfertschwenden als Multivac Deutschland GmbH und Co. KG firmieren. Damit wird die Vertriebs- und Serviceorganisation in Deutschland eine eigenständige Tochtergesellschaft der internationalen Multivac-Gruppe. Die Ausgründung der deutschen Vertriebs- und Servicegesellschaft ist Teil der strategischen Maßnahmen, mit denen Multivac aktuell seine Konzernstruktur optimieren will. Als Geschäftsführer der neuen Gesellschaft wird Jens Müller ab dem 1. Januar 2017 seine Arbeit aufnehmen. Müller leitete seit 2013 als Vice President Sales & Operation den internationalen Vertrieb von Multivac in Zentraleuropa. 'Die Ausgründung erlaubt eine stärkere Fokussierung unseres Vertriebes durch die Strukturierung der entsprechenden Abläufe, die Einsparung von Schnittstellen und damit die Verkürzung der Wege', sagt der designierte Geschäftsführer. Die rechtliche Trennung von Vertriebs- und Servicegesellschaften sowie Produktionsgesellschaften soll, wie Geschäftsführer und CEO Hans-Joachim Boekstegers betont, 'keine Auswirkungen auf die Eigentümerverhältnisse oder die Personalsituation' haben. Multivac bietet Verpackungslösungen für Lebensmittel aller Art, Life-Science- und Healthcare-Produkte sowie Industriegüter an.   Bild: MULTIVAC   (Dezember 2016, Autor: Marc Hankmann)   Quelle: MULTIVAC
TK-Report TK-Report
16.12.2016

BVE-Exportklima: Erwartungen gedämpft

Das Exportklima der Ernährungsindustrie ist im Dezember 2016 im Vergleich zur Sommerbefragung gestiegen, teilt die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mit. Der Saldo aus Geschäftslage und -erwartungen des BVE-Exportbarometers nahm um fünf Punkte zu. Dabei wird die aktuelle Geschäftslage besser eingeschätzt als die Erwartungen an das Geschäft. Im Vorjahresvergleich zeigt die Stimmungslage laut BVE zwar insgesamt Kontinuität, ist mit einem Minus von einem Punkt aber leicht gedämpft. Die Ergebnisse des Exportklimas für die Teilbranchen schwanken zudem deutlich. Besser als im Vorjahr sind vor allem die Exporteure von Fleisch, Fleischwaren und Bier eingestellt. Die wichtigsten Exportmärkte sind laut Einschätzung der Unternehmen derzeit Frankreich, Österreich, die Niederlande, Italien, die Schweiz, die USA und China. Der Anteil der Unternehmen, die auch in Länder außerhalb der EU exportieren, ist im Vorjahresvergleich um 7,9 Prozent auf 82 Prozent gestiegen. Die Absatzerwartungen nahmen vor allem für Japan, China, Polen, Italien, Frankreich und Spanien zu. Dagegen nahmen die Absatzerwartungen für die USA, Großbritannien und Russland spürbar ab. Die BVE vermutet hierfür die politischen Entwicklungen in diesen Ländern als Ursache. Allerdings zeigen sich auch die Erwartungen für Australien, Österreich und die Schweiz nach dem Hoch der Vormonate gedämpfter. Jeden dritten Euro verdienen deutsche Lebensmittelhersteller heute im Ausland. Das Exportgeschäft wird laut BVE jedoch immer zeit- und kostenintensiver. Dennoch erschließen die Lebensmittelhersteller häufig mehrere Märkte für den Export, um Marktvolatilitäten zu minimieren. Außerhalb des EU-Binnenmarktes nehmen die Handelshemmnisse jedoch immer mehr zu. Weitere Informationen aus dem Exportbarometer stellt der BVE auf seiner Webseite bis Mitte Januar 2017 zur Verfügung.   Bild: BLG Logistics   (Dezember 2016, Autor: Marc Hankmann)   Quelle: BVE
15.12.2016

Frostkrone kooperiert mit dem BVB

Zum 20. Geburtstag von Frostkrone wird das TK-Unternehmen ab Januar 2017 Produktpartner von Borussia Dortmund. Zukünftig können die Fußballfans bei Heimspielen im Signal-Iduna-Park die TK-Fingerfood-Produkte von Frostkrone am und im Stadion konsumieren. Darüber hinaus planen beide ein gemeinsames Lizenzprodukt, das im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll. Frostkrone ist spezialisiert auf die Herstellung und den Vertrieb von tiefgekühlten Fingerfood- und Snack-Produkten. Das Angebot orientiert sich an den Verzehranlässen der mobilen Generation. 'Mit dem BVB haben wir einen Partner gefunden, der sehr gut zu uns und unseren Zielen passt', sagt Jörg Schilling, Geschäftsführer der Frostkrone Tiefkühlkost GmbH, anlässlich der Verkündung der neuen Partnerschaft im westfälischen Rietberg. Das Fingerfood-Portfolio rund um Käse, Fisch, Fleisch, Geflügel, Obst und Gemüse wird im Lebensmitteleinzelhandel sowie im Food-Service-Bereich vertrieben und europaweit ausgeliefert. Frostkrone verfügt über zwei Produktionsstätten in Rietberg und Verl.   Bild: frostkrone   (Dezember 2016, Autor: Marc Hankmann)   Quelle: frostkrone
Länderreport Länderreport
15.12.2016

Mestemacher und Detmers erweitern Führung

Ab Januar 2017 verstärken Marta Glowacka (Foto links) und Christine Detmers die Geschäftsführung der Mestemacher- sowie der Detmers-Gruppe, einem Kooperationspartner von Mestemacher. Glowacka wird kaufmännische Geschäftsführerin der Mestemacher GmbH. Detmers tritt in die Geschäftsführung der Detmers Getreide-Vollwertkost GmbH ein. Die Mitinhaberin der Detmers-Gruppe übernimmt in der Tochtergesellschaft die Geschäftsführung der Bereiche Marketing, Vertrieb, Produktentwicklung und Verwaltung. Sowohl Albert als auch Fritz Detmers bleiben geschäftsführende Gesellschafter in der Mestemacher-Gruppe. Fritz Detmers leitet zudem weiterhin das Einkaufsressort. Ebenso wird Albert Detmers weiterhin für das Ressort Vertrieb verantwortlich sein. Er wird auch Glowacka zunächst mit Rat und Tat bei der kaufmännischen Geschäftsführung zur Seite stehen. Die Geschäftsführerin der polnischen Tochtergesellschaft Benus übernimmt die kaufmännische Leitung mit den Fachgebieten Bilanzen, Finanzen, Steuern, Controlling, Personal, externe Logistik und EDV von Albert Detmers. Die mehrsprachige Diplom-Kauffrau gehört seit 2002 zum Team der Mestemacher-Gruppe und war während ihres Studiums der Betriebswirtschaftslehre studentische Assistentin bei Prof. Dr. Ulrike Detmers. Während ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin der Benus erwarb Glowacka an der Aalto University in Helsinki den Abschluss zum Executive MBA. Christine Detmers, Tochter von Albert und Ulrike Detmers, ist diplomierte Betriebswirtin und hat unter anderem in Oxford studiert. Sie ist seit 2000 in der Brot- und Backwarenbranche tätig. Nach ihrer Assistenzzeit in der Mestemacher- und Detmers-Gruppe übernimmt sie im neuen Jahr die Führung der Detmers Getreide-Vollwertkost GmbH, deren Produktportfolio aus Müslivariationen aus ökologischem Anbau besteht.   Bild: Mestemacher   (Dezember 2016, Autor: Marc Hankmann)   Quelle: Mestemacher
12.12.2016

Nachfolger von Richard Oetker bestimmt

Der Beirat der Dr. August Oetker KG hat in seiner Sitzung am 12. Dezember eine Entscheidung über die Nachfolge von Richard Oetker nach dessen altersbedingtem Ausscheiden aus der Funktion des persönlich haftenden Gesellschafters und aus der Gruppenleitung getroffen. Demnach wird der bisherige Finanzchef der Gruppe, Dr. Albert Christmann (Foto), im Laufe des kommenden Jahres von Richard Oetker sowohl den Vorsitz der Geschäftsführung des Nahrungsmittelunternehmens Dr. Oetker als auch die Vertretung der Nahrungsmittelsparte in der Gruppenleitung übernehmen, heißt es in einer Pressemitteilung weiter. Ein genauer Zeitpunkt für die Übergabe sei noch nicht festgelegt worden. Für die Nachfolge von Dr. Christmann ist eine interne Besetzung vorgesehen.   (Dezember 2016, Redaktion: Jörg Rüdiger)   Quelle: Dr. August Oetker KG
11.12.2016

McXit: Burger-Zentrale zieht nach London

Die vermeintlich vom Brexit-Beschluss gebeutelten Briten erhalten Schützenhilfe vom Fastfood-King McDonald’s. Der verlegt seine internationale Firmenzentrale von Luxemburg nach London, um, wie ihn die Wirtschaftswoche online zitiert, eine Verbundenheit mit den Briten zum Ausdruck zu bringen, 'die sich angesichts des Brexit in wirtschaftlich schwierigen Fahrwassern befänden'. Tatsächlich könnte es aber, wie aus dem Wiwo-Bericht herauszulesen ist, wohl eher darum gehen, dass die EU Steuerermittlungen gegen McDonald’s eingeleitet hat, bei denen es um nicht versteuerte Einnahmen aus dem Franchisegeschäft gehe. Während in Luxemburg hohe Steuernachzahlungen drohten, seien internationale Unternehmen bei den Briten von solchen Steuern weitgehend befreit, heißt es. Apropos Brexit. Verursachte das Votum für den EU-Austritt bei manchen Briten wohl Katerstimmung, die Mehrheit verknüpft mit der Rückkehr zur Kleinstaaterei wohl eher Hoffnungen. Das von Nielsen weltweit ermittelte Konsumentenvertrauen schnellte im Vereinigten Königreich im dritten Quartal 2016 sprungartig um acht Prozentpunkte nach oben. Es liegt jetzt bei 106 Punkten im Nielsen-Index und damit nun klar vor dem deutschen Konsumentenvertrauen, das im dritten Quartal aber ebenfalls (um vier Prozentpunkte) zulegte und nun bei genau 100 angekommen ist. Global lag der Zuwachs des Konsumentenvertrauens bei nur einem Prozentpunkt, es steht jetzt bei 99. Apropos McDonald’s und Index. Der weltweit erhobene 'Big Mac'-Index von 'The Economist' zeigt aktuell Rekordpreise des international weitgehend standardisiert angebotenen Fastfood-Bestsellers in der Schweiz, in Norwegen und Schweden. In allen anderen Ländern liegt der Big-Mac-Preis unter dem der USA (Juli 2016: 5,04 US-Dollar). Der seit 30 Jahren erhobene Index gibt an, wie viel ein Big Mac im jeweiligen Land durchschnittlich kostet. Das lässt Rückschlüsse auf die Volkswirtschaft des Landes zu, da die Zutaten für den Big Mac meist regional erzeugt werden, also aus dem jeweiligen Land kommen, dort auch verarbeitet werden und das Produkt im Lande selbst verzehrt wird. Während der Big Mac in der Schweiz im Juli umgerechnet 6,59 Dollar kostete, bildete die Ukraine mit 1,57 Dollar das Schlusslicht, weit hinter Südafrika mit 2,10 oder China mit 2,79 Dollar. Für Deutschland weist der Index im Juli 2016 einen Big-Mac-Preis von 4,17 Dollar aus, für Großbritannien, die künftige Heimat der internationalen McDonald’s-Zentrale 3,98 Dollar.   Foto: Tony Baggett/Shutterstock.com   (Dezember 2016, Autor: Jörg Rüdiger)   Quellen: Wirtschaftswoche / Nielsen / The Economist
09.12.2016

Der WWF steht weiter zum MSC

'Der Marine Stewardship Council (MSC) ist das beste verfügbare Zertifizierungsprogramm für Seafood', erklärt die Umweltorganisation WWF in einem Statement. Sie reagiert damit auf Presseberichte, unter anderem in The Times, über ein öffentlich gewordenes internes Schreiben des WWF über die Zertifizierung von Thunfisch-Fischereien im Indischen Ozean. In ihm äußerten die WWF-Autoren die Ansicht, dass es im Indischen Ozean keine Fangkontrollregeln für Thunfisch gebe, wie sie für eine MSC-Zertifizierung notwendig wären. Der Thunfisch werde aber dennoch vom MSC zertifiziert. Unterstellt wurde ein Zusammenhang mit Lizenzgebühren, die der MSC nur bei erfolgreicher Zertifizierung erhalte. Das in der Presse zitierte Schreiben, das von der Schweizer Fair Fish Organisation auf Facebook veröffentlicht wurde, sei die Entwurfsfassung eines internen Dokumentes, schrieb der WWF jetzt. Es sei nicht als offizieller Ausdruck der WWF-Meinung gedacht noch sei es fair, es als solches zu charakterisieren. Das Dokument sei unangemessen verbreitet worden, spiegele allerdings die kontinuierlichen Herausforderungen bei der Zertifizierung der Thunfisch-Fischerei im Indischen Ozean in den vergangenen fünf Jahren wider. Teile des Schreibens griffen den anhaltenden Dialog des WWF mit dem MSC auf, um eine positive Wendung in der Meeresumwelt zu erreichen und eine Annäherung an eine effektive Bewahrung und Nachhaltigkeit. Der WWF war zusammen mit Unilever Gründer des MSC gewesen. Der MSC selbst betonte in einem Statement, dass der MSC ein wirkungsvolles und vertrauenswürdiges Zertifizierungsprogramm verfolge, das international anerkannt sei. Die Überprüfung der Standards erfolge durch Dritte. Der MSC habe keine finanziellen Interessen darin und mache keine Gewinne durch die Zertifizierung von Fischereien. Gerade erst hat der MSC große Teile der neuseeländischen Fischerei auf den Tiefseefisch Orange Roughy als nachhaltig zertifiziert. Dies wurde von mehreren Nichtregierungsorganisationen (NGOs) kritisiert, berichtet Undercurrent News. Bloom, eine der NGOs, meine (hier), die Zertifizierung stelle die Glaubwürdigkeit des MSC in Frage, da diese Fischerei nicht nachhaltig sei. Der MSC steht trotz vereinzelter Kritik zu dieser Zertifizierung. Pat Caleo, für Neuseeland zuständiger MSC-Direktor, äußerte sich in einer Presseerklärung folgendermaßen: 'Der MSC hat sich in den vergangenen 20 Jahren darum bemüht, rund um den Globus nachhaltige Fischereien zu identifizieren und zu fördern. Solange die unstrittigen Musterschüler ins Programm kamen, diejenigen bei denen sich schnell alle einig waren, herrschte Zufriedenheit. Doch jetzt, wo wir einerseits immer mehr über nachhaltigen Fischfang wissen, und andererseits immer mehr Händler und Konsumenten Nachhaltigkeit einfordern, wollen auch immer mehr vormals nicht-nachhaltige Fischereien ins MSC Programm kommen. Sie setzen alles daran, besser zu werden, und investieren meist viel Zeit, Energie und auch Geld in ihre Entwicklung. Sie kümmern sich darum, dass ehemals überfischte Bestände sich erholen, sie tragen Sorge dafür, dass ihr negativer Einfluss auf das Ökosystem Meer deutlich abnimmt, und sie arbeiten hart daran, ein effizientes Fischereimanagement aufzubauen und zu implementieren. Wenn sie all dies schaffen, dann können auch Fischereien mit einem vormals schlechten Ruf nachhaltig arbeiten. Wir wollen, dass Fischereien besser werden – und wir sollten anerkennen, wenn sie dies tun. Im Interesse unserer Ozeane.' Zur vollständigen Pressemitteilung geht es hier.   Foto: zaferkizilkaya/Shutterstock.com (Blauflossenthun-Fang in der Türkei)    (Dezember 2016, Autor: Jörg Rüdiger)
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