26.01.2026
Grüne Woche: Dickes Besucherplus zum Jubiläum

Foto/Grafik: Berliner Messe
Politischer Dialog, innovative Produkte und jede Menge Spektakel: Die Grüne Woche lockte zum Jubiläum 40.000 Besucher:innen mehr als im Vorjahr an.
Großer Andrang zum runden Geburtstag: Die Grüne Woche begrüßte zu ihrem 100-jährigen Bestehen 350.000 Messegäste – das entspricht einem Besucherzuwachs von rund 40.000 im Vergleich zum Vorjahr. Zu den prominentesten Gratulanten zählten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Friedrich Merz, sieben Bundesminister:innen und zahlreiche Ministerpräsident:innen. Zehn Tage lang fungierte das Berliner Messegelände als international wichtigster Treffpunkt für Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und Gartenbau.
Die Besucherinnen und Besucher nutzten die Jubiläumsausgabe, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Landwirtschaft, neue Produkte und internationale Perspektiven zu informieren. Rund 1.600 Aussteller aus über 50 Ländern präsentierten ihre Angebote – von traditionellen Spezialitäten und innovativen Produktideen über vegetarische und vegane Ernährung bis hin zu zuckerreduzierten Konzepten. Als diesjähriger Partner der Grünen Woche zeigte Mecklenburg-Vorpommern die kulinarische und touristische Vielfalt des nördlichen Bundeslandes.
Neben dem vielfältigen Genussangebot rückten zentrale Zukunftsfragen in den Mittelpunkt – von Ernährungssicherung und Wasserresilienz über Nachhaltigkeit und Tierwohl bis hin zu Innovationen in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.
„Das enorme Besucherinteresse war überwältigend. Die Grüne Woche 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, dass sie auch nach 100 Jahren so relevant ist wie eh und je“, sagt Dr. Mario Tobias, CEO der Messe Berlin. „Die gute Stimmung in den Hallen, intensive Debatten und das große politische Interesse machen deutlich: Die Grüne Woche ist der Treffpunkt für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und bietet dem öffentlichen Diskurs über Landwirtschaft und Ernährung eine aufmerksamkeitsstarke Bühne.“
Politische Bühne und internationaler Dialog
Die Grüne Woche 2026 bestätigte erneut ihre Rolle als politischer Place-to-be zu Jahresbeginn. Eine besondere Würdigung war die Eröffnung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz informierte sich bei einem eigenen Rundgang durch die Messehallen über die Leistungsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft. Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer erlebte die Grüne Woche erstmals in seinem Amt und nutzte die Messe als zentrale Plattform für Gespräche. Während der gesamten Messelaufzeit hieß er nationale und internationale Gäste in der Halle des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) willkommen.
Ein zentraler Bestandteil des politischen Programms war erneut das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA). Unter dem Motto „Wasser. Ernten. Unsere Zukunft“ diskutierten rund 2.000 Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über globale Herausforderungen der Land- und Ernährungswirtschaft. Höhepunkt war die 18. Berliner Agrarministerkonferenz mit Vertreterinnen und Vertretern aus 61 Staaten. Sie verabschiedeten eine gemeinsame Abschlusserklärung zu effizienter Wassernutzung, besserem Hochwasserschutz sowie zum Erhalt von Wäldern und Gewässern.
Dialog-Plattform für Land- und Ernährungswirtschaft
Die Grüne Woche bestätigte erneut ihre Rolle als zentrale Themenbühne für den Austausch über aktuelle Entwicklungen der Branche. Im Mittelpunkt der diesjährigen Diskussionen standen unter anderem das Mercosur-Abkommen sowie gesunkene Erzeugerpreise. Der Lebensmitteleinzelhandel war auf der diesjährigen Grünen Woche mit Unternehmen wie der Schwarz Gruppe, Rewe, Edeka und Aldi Süd stark vertreten. Spitzenvertreterinnen und -vertreter der Ernährungs- und Landwirtschaftsbranche zeigten sich mit dem Verlauf der Grünen Woche sehr zufrieden.
Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, zieht eine äußerst positive Bilanz zur diesjährigen Grünen Woche: „Auffallend war, dass sich viele Messebesucher zunehmend Gedanken über Ernährungs- und Versorgungssicherheit, auch verbunden mit Lebensmittelpreisen machen. Dies war auch Thema bei zahlreichen Gesprächen mit hochkarätigen politischen Gästen, wie auch Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratieabbau."
Auch die Ernährungsindustrie nutzte die Grüne Woche intensiv als Plattform für den Austausch mit Politik und Öffentlichkeit. Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie und Lebensmittelverband Deutschland: "Wir durften in diesem Jahr viele Politiker an unseren Stand begrüßen und über die zentrale Rolle informieren, die die Ernährungsindustrie für unser Land spielt. Als drittgrößter Industriezweig sichern wir die Versorgung von 84 Millionen Menschen in Deutschland und tragen zugleich zur Ernährung von Millionen weltweit bei – denn Food Made in Germany bleibt ein Exportschlager und steht für Qualität, Innovation und Vielfalt."
Blick in die Zukunft: Start-up-Days und Ernährungstrends
Auch in ihrem 100. Jahr zeigte sich die Grüne Woche als Testmarkt und Impulsgeber für die Ernährung von morgen. Bei den Start-up-Days präsentierten zehn junge Unternehmen aus der Agtech- und Foodbranche innovative Ideen, darunter Lösungen zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung, neue Proteinquellen und digitale Anwendungen für Produktion und Lagerung. Das Gewinner-Startup SkoneLabs überzeugte mit einem KI-gestützten Sensorsystem, das hilft, frische Früchte effizienter zu lagern und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.
Publikumsmagnet Grüne Woche
Für Privatbesucherinnen und -besucher bot die Grüne Woche 2026 ein besonders vielfältiges Erlebnis. Mit 13 beteiligten Bundesländern spiegelte die Messe die regionale Vielfalt Deutschlands wider. Internationale Akzente setzten Aussteller aus über 50 Ländern, darunter die Niederlande, die ihr 75. Messejubiläum feierten. Insgesamt steuerten erneut mehr als 1.100 Reisebusse Berlin an. Die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben lagen trotz zurückhaltendem Konsumklima in Deutschland bei rund 150 Euro.
Die nächste Grüne Woche findet vom 15. bis 24. Januar 2027 statt.
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