30.09.2026

McCain stoppt Pläne für Pommes-Fabrik in Mehrum

Der kanadische Tiefkühlkonzern McCain zieht bei seinem ambitionierten Industrieprojekt im Landkreis Peine vorerst die Reißleine. Die Pläne für den Bau einer hochmodernen Fabrik für TK-Pommes-frites auf dem Gelände des ehemaligen Kohlehafens des Kraftwerks Mehrum werden in ihrer bisherigen Form gestoppt. In einer offiziellen Stellungnahme teilte das Unternehmen mit, dass die Investition nach einer gründlichen Überprüfung der Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichen Tragfähigkeit in ihrer derzeitigen Form nicht weiterverfolgt werde.

Als maßgebliche Gründe für diesen Schritt nennt McCain signifikant gestiegene Projekt- und Baukosten, branchenweite Überkapazitäten bei der Verarbeitung von Kartoffelprodukten sowie eine verhaltenere Nachfrage im europäischen Kernmarkt. Trotz der Absage der bisher geplanten Großinvestition bleibt der Weltmarktführer für Tiefkühl-Kartoffelspezialitäten Eigentümer des rund 25 Hektar großen Grundstücks am Mittellandkanal und hält sich damit eine Option für künftig angepasste Vorhaben offen.

Politik bedauert Schritt


Die Entscheidung trifft die Region unvorbereitet, da das Vorhaben als zentrales Leuchtturmprojekt für den lokalen Strukturwandel galt. Ursprünglich war ein Gesamtinvestitionsvolumen von bis zu einer Milliarde Euro im Gespräch, das rund 650 direkte Arbeitsplätze geschaffen hätte. Zur Unterstützung hatten Bund und das Land Niedersachsen Fördermittel in Höhe von etwa 60 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne reagierte enttäuscht auf den Rückzug des Kartoffelverarbeiters und machte deutlich, dass dies eine bitterböse Nachricht für den Landkreis Peine und die gesamte Region sei, betonte jedoch zugleich, dass Mehrum mit seiner hervorragenden Logistik- und Industrieanbindung auch weiterhin als hochattraktiver Standort im Spiel bleibe. Auch für die heimische Landwirtschaft bedeutet die Absage einen Dämpfer, da viele Erzeuger in Niedersachsen auf langfristige Liefer- und Anbauverträge für Verarbeitungssorten gesetzt hatten und ihre Fruchtfolgeplanung nun neu ausrichten müssen.

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